Hallo, ich wechsele mit meinem Blog zu http://joergaumann.blogspot.com/. Es war ja schön hier, aber in letzter Zeit klappt das Hochladen von Bildern gar nicht mehr, und der SPAM-Filter ist leider durchlässiger als ein 10 Jahre altes sardinisches Fischernetz…
Wechsel…
Posted by: joaum | 12. September 2011 | No Comment |Noch 14 Tage…
Posted by: joaum | 11. September 2011 | No Comment |So langsam fängt es an zu kribbeln. Nach zwei anstrengenden Trainingstagen steht heute ein Ruhetag an (danke, Jens!), bevor morgen mit 15 km im Wettkampftempo (4.15/km) die letzte echte Trainingswoche für den Berlin-Marathon eingeläutet wird. Schätzungsweise noch 3-4 harte Einheiten stehen bevor, dann beginnt schon die letzte Woche mit stark reduziertem Training, damit der Körper regenerieren kann. Denn in der letzten Woche vor dem Marathon kann man nichts wettmachen, was man in den Wochen zuvor versäumt oder falsch gemacht hat. Der besondere Trick in der letzten Woche besteht darin, sich vom anspruchsvollen MaraÂthonÂtraining zu erholen, ohne die erworbene Konditionierung und Tempohärte wieder einzubüßen. Bin mal gespannt, was mein Coach Jens sich dazu ausgedacht hat…
Da bin ich wieder…
Posted by: joaum | 6. September 2011 | No Comment |2010 war ein janusköpfiges Jahr – persönlichen Bestleistungen im Marathon, Halbmarathon und den 10 km im ersten Halbjahr sowie der Erstbefahrung des Mont Ventoux und einer erfolgversprechenden Marathon-Vorbereitung für Berlin standen ein Schlüsselbeinbruch (August), der den Berlin-Traum platzen ließ, eine Achillessehnenentzündung (Oktober) und zur Krönung ein Kreuzbandriss (Dezember) im zweiten Halbjahr gegenüber.
Im Gegensatz dazu hat mich das Jahr 2011 bisher abgesehen von einer leichten Schulterverletzung (Eckgelenk) nur angelacht. Nach einer guten Reha lief ich ab Ende April wieder, und bis auf einen kleinen Rückschlag durch zuviel Ehrgeiz Ende April (2 Wochen Laufpause) konnte ich bisher fast 900 Lauf-Â (2010: 1.637) und immerhin 2.000 Rad-km sowie auch ca. 30 Schwimm-km zusammentrainieren sowie meinen ersten Kurztriathlon erfolgreich absolvieren. Ich fühle mich gut, mit derzeit 82 kg auch fit und sammle durch regelmäßiges Lauf-Ausdauertraining auch Selbstvertrauen für mein großes Sport-Ziel 2011:
Jetzt stehe ich 19 Tage vor dem Start des Marathons in Berlin und will das Ziel, das ich mir bereits letztes Jahr gesetzt hatte, erreichen: 42,195 km in unter drei Stunden.
In den nächsten Tagen und Wochen werde ich an dieser Stelle wieder berichten, wie auch auf Facebook (https://www.facebook.com/jmaumann) und Twitter (http://www.twitter.com/joaum).
Ich freue mich auf viele Leser und Kommentare!
Nikolauslauf in Furpach 2010
Posted by: joaum | 6. Dezember 2010 | No Comment |Nikolauslauf in Furpach lief besser als erwartet. 27. gesamt, 7. M40, 40:55. Und die Bürgermeisterwertung gewonnen
http://bit.ly/hteE0a
Wind? Was für Wind?
Posted by: joaum | 5. August 2010 | No Comment |Heute morgen machte ich mich auf, einen meiner am längsten gehegten Radfahrer-Träume zu verwirklichen: Mit dem Rennrad den legendären Tour-Berg Mont Ventoux überqueren. Seit ich Rennrad fahre, habe ich mir den “Géant du Provence” vorgenommen – hatte bisher nur nie die Gelegenheit, ihn anzugehen. Letztes Jahr waren wir zwar auch in der Provence in Urlaub, aber vom Verdon aus waren es doch ein paar Kilometer, und außerdem kam zu der Zeit die Tour durch, und ich war dann mit der Familie schauen statt zu fahren.
Aber dieses Mal sollte es klappen. Trotz relativ wenig Radpraxis in diesem Jahr (erst ca. 1.400 km) gelang es mir bisher offenbar, diesen scheinbaren “Mangel” mit viel Lauftraining zu kompensieren – jedenfalls war das Ergebnis des Radmarathons im Thannheimer Tal (Schnitt 27,2 bei 230 km und 3000 hm mit dem hammerharten Hahntennjoch ab km 160) ermutigend.
Geplant hatte ich die Strecke von unserem Urlaubsort Lauris an der Durance über Cheval-Blanc, Cavaillon, Carpentras und Bedoin. Südrampe hoch, Westrampe runter und dann von Malaucène über Carpentras und den Hinweg zurück – knapp 190 km, mit relativ flacher An- und Abfahrt und dem Berg selbst als einzigem nennenswerten Höhenmeterproduzent.
Mittwoch sollte die Tour steigen. Dienstags fuhr ich mit dem Sohnemann ca. 30 km durch die Nachbarorte, und natürlich – in Cadenet hatte ich einen Platten. Reifen gewechselt, aufgepumpt – zisch, und wieder platt. So ein Mist. Ich glaubte an einen Fehler beim Reifeneinbau und war verzweifelt – kein Ersatzschlauch mehr. Was tun? Plötzlich hielt die Police Municipal, die Räder wurden bei dem einen der beiden Polizisten, der direkt in der Nähe wohnte, in die Garage geschafft und die netten Flics fuhren uns nach Villelaure zu einem Geschäft, das Schläuche hatte. Ich kaufte noch einen weiteren als Reserve und konnte nach der Rückkehr nach Cadenet mit Jan-Robin heimfahren. Ein tolles Erlebnis!
Nicht so toll war, daß abends um 22.10 Uhr der Reifen – zisch! – plötzlich alle Luft verlor. Nun inspizierte ich ihn genau und fand das Loch an der Innenseite. Klarer Fall von Felgenbandermüdung. Die Tour musste ich also verschieben, am nächsten Tag nach Petuis ins Velo Luberon und Felgenband erneuern. Jetzt aber!
Donnerstag morgen klingelte der Wecker um 5.30 Uhr, anziehen, gut frühstücken, um 6.10 Uhr gings los. Ich wollte um 14 Uhr wieder zurück sein – ambitioniert, aber machbar. Auf der Fahrt aus Lauris heraus Richtung Westen hatte ich gleich heftigen Gegenwind – ich betete, der Wind möge mittags auch noch blasen, ohne zu drehen, denn dann hätte ich wenigstens auf der Heimfahrt, müde und matt, etwas Rückenwind. Ohne zuviel vorwegzunehmen – war auch so…
Um 8.35 Uhr war ich schon in Carpentras, der Ventoux (besser seine Spitze) war noch in dicken Nebel gehüllt. Schnitt bisher 30,2 – die Beine fühlten sich gut an. Auf Richtung Bèdoin! Als ich einmal anhielt, um einen kurzen Tweet abzusetzen, fiel mir ein interessantes Schild an einer Bauernhofeinfahrt auf: “Celui qui a perdu sa merde est un enculé” – das ist wirklich zu vulgär zum Übersetzen…
In Bedoin angekommen (ca. 8.55 Uhr), fotografierte ich den Kreisel mit der schönen Radfahrerskulptur – da kam eine Gruppe von drei Fahrern vorbei. Die Jungs sahen aus, als hätten sie in etwa meine Leistungsstärke. Ich setzte ihnen nach, um in der Auffahrt nicht ganz allein zu sein. Frankie, Philippe und Pascale waren alle so um die 40 und kamen aus der Camargue – wie ich, so fuhren auch sie den Ventoux zum ersten Mal.
In Bedoin startet die Strecke mit mäßiger Steigung von ca. drei Prozent durch landwirtschaftlich genutzte Felder, steigt zwischen Kilometer drei und sechs mit ca. 5%. Dann geht der Berg richtig los: Auf den nächsten acht Kilometern immer mindestens 9%, manchmal erheblich mehr. Mein Puls ging bis 160, das war zuviel. Ich nahm etwas raus, die drei Jungs waren schon nicht mehr bei mir. Mit einem 150er-Puls fuhr ich weiter. Kurz vor dem “Chalet Reynard”, einer Raststätte auf 1420 m, lies die Steigung etwas nach, ich merkte da aber auch schon, daß ich über 90 km in den Beinen hatte. Viel kam nicht mehr.
Ab dem Chalet Reynard ist der Mont Ventoux nicht mehr mit anderen Bergen zu vergleichen. Er sieht aus wie eine Mondlandschaft – kein Halm mehr, nur noch Steine, Steine, Steine. Der Name war Programm: “Vent toux”, also Wind aus allen Richtungen, und dazu superheftig. Es war neblig, kalt (10°C), und ich litt wie ein Hund. Die Steigung auch hier mindestens 8% durchgehend, manchmal mehr – dazu brutaler Gegenwind, das tat richtig weh.
Einen Kilometer vor dem Gipfel machte ich dann auch noch den Andy Schleck – beim Schalten fiel mir die Kette runter. Heidewitzka! Kette wieder drauf, trotz klammer Finger, erster Anfahrtversuch misslang, Kette fiel wieder. Ich hätte fast geheult. Das ganze dauerte drei Minuten, die Pascale aus meiner Gruppe unten am Berg nutzte, um vorbeizufahren, dieser alte Contador. War aber ok, er fragte sogar, ob er halten sollte, aber ich verneinte. Zum Glück klappte der zweite Anfahrtversuch, und der letzte Kilometer dann auch ganz gut.
Als ich dann um 10:52 Uhr endlich die Schlussrampe (die hat auf den letzten Metern vor der Passhöhe mindestens 20%!) erklommen hatte und meine brennenden Waden endlich Pause hatten, durchfloss mich wie immer bei solchen Gelegenheiten ein unglaubliches Glücksgefühl. Ich machte ein paar Fotos, gratulierte Pascale, kurz danach kamen dann auch Frankie und Philippe, wir schwatzten noch ein bisschen, ich fotografierte die drei und sie mich, ein Tweetversuch scheiterte an der fehlenden Netzabdeckung. Einige Minuten verweilte ich noch, genoss die herrliche Aussicht (der Nebel hatte sich etwas gelichtet) und ab gings runter Richtung Malaucène.
Ich verfluchte mich selbst, weil ich keinen Windbreaker dabei hatte – es war s..kalt. Erst ab ca. 1.400 m über NN kamen langsam wieder wärmere Luftströme an meine halberfrorenen Arme und Hände. Ab da machte die Abfahrt auch richtig Spass. Von Malaucène gings nochmal ein paar Meter hoch, aber dann bis Carpentras immer schön bergab, und der Wind half mir jetzt. Die Beine hatten sich auch erholt, und so konnte ich konstant 35-40 km/h treten.
Ab Cavaillon, als ich den Wind voll im Rücken hatte, gings sogar noch schneller: 40-45 km/h waren fast mein Durchschnittstempo. So war das noch zu schaffen mit 7 Stunden reiner Fahrzeit und daheim bis 14 Uhr! Ich gab noch mal alles und war dann tatsächlich um 13:59 Uhr zuhause. Beim Absteigen vom Rad taten zwar die Knie höllisch weh, aber ansonsten gings. Frau und Kinder waren froh, daß ich noch ganz war, und dann wurde erstmal gegessen (”Du frischd wie e struppisch Rind!”, meinte mein Sohn) und am Pool “gechillt”.
Die Tour war toll. Ich bin immer noch ganz aufgedreht. Vielleicht fahre ich in den nächsten Tagen nochmal hoch, mit Jan-Robin ab Sault (5 km länger, nicht so steil und ohne lange Anfahrt). Dann hör ich aber vorher Radio. Abends erzählte mir nämlich die Eisverkäuferin in Bennoix, daß dort vor einer Auffahrt zum Mont Ventoux am heutigen Tage gewarnt wurde. “Trop dangereux – le vent est trop fort” meinte sie. Ach so…
Der Boy von Seite 1…
Posted by: joaum | 23. Mai 2010 | No Comment |Illingen, 22.05.2010
Beim Illinger Citylauf war eine 2,5-km-Strecke, auf der es so richtig schön zweimal “enuff” und “enunna” ging, zu umrunden. Dazu waren es sommerliche 25°C warm, die Luft pfurztrocken. Aber was tut man nicht alles für seinen Verein und die Saarlandmeisterschaft des SLB für die 10-km-Strecke. Na denn…
Schön war es schon vorher. Den 1,8-km-Schülerlauf bestritt Jan-Robin mit bereits einem Radrennen in Schopp einige Stunden vorher in den Beinen, lief aber tolle 8:18 und wurde 20. von 177 Kindern. Ich nutzte den Genesis-Gesundheitslauf, um mich einmal 2,5 km warmzulaufen und die Runde kennenzulernen.
Zum Start um 17 Uhr waren 377 Läufer gemeldet, und die meisten waren auch da. Es war etwas eng im Startkanal, aber pünktlich schickte uns Bürgermeisterkollege Armin, der König vom Illiconvalley, auf die Strecke. Ich kam ganz gut weg und klemmte mich hinter die Amazonenkampfgruppe vom SV Schlau.com Saar 05 (diese Schleichwerbung ist erlaubt!), um in einem Tempo, daß mich nicht im hinteren Teil des Laufes büssen lassen sollte, die erste Runde anzugehen. Ich war, wie gesagt, die Runde zum Einlaufen nämlich schon einmal locker gelaufen, gemeinsam mit Christian Petry, der sich dem Gesundheitslauf tapfer stellte, und wußte daher, was mich erwartete.
Gute Entscheidung. Erstmal durch’s Zentrum von Illingen, ging schon gut hoch. Puls mal gleich über 160, beim Ablauf Richtung Kreisel leichte Erholung, aber dann hoch Richtung Abfahrt Hüttigweiler, piff, paff, puff, 40hm nach nur 1,8 km in den Beinen, Puls jenseits der 170, aber beim Ablauf konnte man sich ja erholen. Ich lief Seite an Seite mit Marion Jakobs, meiner Radkollegin, und Tanja Hoos, der Wunderfrau vom LTF Marpingen, die sich aber dann nach der ersten Runde von uns absetzte. Von nun an gin ich mein eigenes Tempo. Marion war leicht zurückgefallen, aber ich achtete ohnehin nur auf meinen Puls und wenig auf das, was sonst so abging. Mein Ziel, an oder gar knapp unter 0:40:00 zu laufen, hatte ich abgehakt, dazu war es zu heiß und ich wollte nicht Gefahr laufen, auf dieser schweren Strecke am Schluß einzugehen.
Ende der zweiten Runde hatte sich alles eingependelt, ich lief mit einem 170er-Puls, der zum Ende der beiden Anstiege auch mal an der 180 kratzte. Ich wusste, so war es zu schaffen, ohne die Hoffnung aufzugeben, am letzten Anstieg noch was zusetzen zu können.
Das war auch nötig. Zwei Läufer, die mit mir liefen, gaben bergab immer Gas und fielen bergauf zurück. Daß ich die kriegen würde, wußte ich. Marion hingegen ging beim zweitletzten Ablauf, so bei km 8,5, wie ein Pfeil an mir vorbei, das weckte mich ein wenig aus meinem Trott, und ich bließ zur Attacke am letzten Berg. Mitte des Anstiegs war ich ihr an den Fersen, und gemeinsam überholte wir die eben genannten Spezis und noch einige andere Läufer. Puls 184 auf der Bergspitze. Grenzwertig für meinen 41jährigen Körper. Zum Glück gings nun bergab. Beim Ablauf gab ich Gas und blickte mich nicht um. Sollte Marion mich noch kriegen, hätte sie es verdient, aber ich hatte schon den Ehrgeiz, vor ihr ins Ziel zu laufen.
100m vor demselbigen lief Jan-Robin dann neben mir auf die Strecke und begleitete mich ins Ziel, wobei ich auch beim Zielsprint nochmal alles gab. Lieb von ihm, aber nicht ungefährlich. Marion war 4 sec. hinter mir, wäre schade gewesen, wenn er sie am Sprint gehindert hätte. So aber schaffte ich es gerade noch so auf Platz 50 und auf die Seite 1 der Ergebnisliste.

Fazit: 0:40:50, Neunter in der Saarlandwertung M40, Zehnter M40 gesamt. Saugudd! Und das VfA-Senioren-Team wurde sogar Saarlandmeister M40/M45, da wäre ich fast noch in die Mannschaftswertung gerutscht, zweieinhalb Minuten haben gefehlt, aber egal, Glückwunsch an Frank, Markus und Dieter! Danke an den “Twitter- und Bürgermeisterkollesch” Armin König für’s Anfeuern, ebenso an alle VfA-ler und Freunde, die mir echt halfen. Da war es auch nicht so schlimm, daß die Duschen nur kaltes Wasser spien. Illingen ist halt nix für Warmduscher
Endlich unter 40!
Posted by: joaum | 19. Mai 2010 | No Comment |Schwarzenholz, 15.05.2010
OK, vom Alter her wird mir das wohl nicht mehr gelingen, das entwickelt sich gottgewollt leider beständig nur in die andere Richtung. Ich bin ja nicht Benjamin Button, sehe nicht einmal wie Brad Pitt aus. Aber die 10-km-Bestzeit schaffte ich heute unter diese “magische Marke” zu drücken.
Gelungen ist mir das beim Sparkassen-Citylauf des VfA Neunkirchen, doch der Reihe nach:
Vor ca. 2 Wochen, am 02.05.10, bin ich in St. Wendel beim Marathon 3:09:23 gelaufen. Das war eine schöne Erfahrung (siehe Bericht weiter hinten im Blog), aber noch schöner war die Erfahrung am nächsten Tag: Im Vergleich zu meinem ersten Marathon in Frankfurt waren Muskelkater und Schmerzen quasi nicht vorhanden. Bereits am Montag mittag fühlte ich mich fit und hätte locker laufen gehen können, Dienstags und Mittwochs fuhr ich mit dem Rad zur Arbeit (insgesamt 150 km), Freitags ein Regenerationslauf über 10 und Sonntags sogar ein Powerlauf über 12 km waren nicht nur kein Problem, sondern machten richtig Spaß.
So konnte ich mich sogar noch auf den Sparkassen-Citylauf, den ich eigentlich ganz ohne Training nur aus der Remission heraus laufen wollte, vorbereiten.
Am Tag des Laufes fühlte ich mich auch recht fit und war zeitig in Neunkirchen, auch, um meinem Ältesten beim Schülerlauf über 1.500 m zuzusehen. Er erlief einen tollen 14. Platz unter 177 Kids, 4. in seiner AK, in 6:19,5. Glückwunsch, Jan-Robin!
Um kurz nach fünf war Start, und dann gings auch schon los:

Ich hatte (welche Ehre!) in meinem ersten Lauf für den VfA Neunkirchen in dessen schönen Trikot (danke noch dafür!) die Startnummer “3″, der spätere Sieger Florian Neuschwander die “1″ und mein Freund und hervorragender Dritter Frank Sehn (auch VfA Neunkirchen) die “2″. Das verpflichtete. Also lief ich gleich mit ein bisschen Schmackes los und orientierte mich am Ende des Spitzenfeldes der ca. 25-30 Topläufer. Das ging leidlich, aber nach ca. 1 km merkte ich, daß dieses Tempo doch eine andere Liga ist. 3:40 nach 1.000m. Ruhig, Brauner!

Zum Ende der “kleinen” Schleife kamen wir wieder an Start und Ziel vorbei. Ich hatte mich jetzt schön eingelaufen, fühlte mich gut, der Sprecher erwähnte mich sogar “und da kommt unser Bürgermeister”
, und los gings auf die erste von drei großen Runden (Lindenallee/Karl-Schneider-Str./Süduferstr./Th.-Heuss-Brücke und zurück). Ich lief schön mein Tempo im Bereich 3:50-3:55/km und hatte eine Gruppe mit drei Läufern, in der ich mich wohl fühlte. Zwei der drei verschärften aber dann in der zweiten von drei großen Runden das Tempo, ich ging anfangs mit, merkte aber kurz vor der Hälfte des Rennens, daß wiederum 3:40/km in dieser Phase zu schnell sind, und lies die beiden ziehen.
Zur Hälfte lag ich auf Kurs 38:00. Zu schnell, und der Puls ging auch schon stark Richtung Maximalpuls. Also etwas ruhiger. Das war nun auch die Phase, wo ich relativ alleine lief und merkte, daß ich (mal wieder!) eine Spur zu schnell angegangen war. Es gelang mir aber, zwischen km 5 und 9 relativ exakte Zeiten knapp unter 4:00 zu laufen und meinen Puls im Bereich des Maximalpulses bzw. leicht darunter zu halten. Ich fühlte mich dabei auch gut und hatte das Rennen aus meiner Sicht gut unter Kontrolle; während dieser Phase “schluckte” ich drei bis vier Läufer, die aus der Spitzengruppe herausgefallen waren, und wurde selbst von keinem überholt bzw. aufgelaufen.

Und schon ging es zum letzten Mal über die Theodor-Heuss-Brücke an der Fernstraße und am Nordufer der Blies entlang zurück in Richtung Ziel. Als ich die Kilometrierung “9″ passierte, wusste ich, daß ich sowohl unter 39:00 laufen konnte als auch alle Kilometer des Laufs unter 4:00 – war mir also darüber klar, daß ich die beiden mir gesteckten Ziele erreichen würde. Das fühlte sich – wie immer in diesen Situationen – sehr gut an und machte nochmal Kräfte frei. Vor mir sah ich auch die beiden Läufer, die mir in der ersten Rennhälfte enteilt waren. Ich würde sie nicht mehr kriegen, das war mir klar, aber es fühlte sich gut an, zu sehen, daß ich mir das Rennen offenbar gut eingeteilt hatte. Ein Läufer, dem das offenbar noch besser gelungen war, überholte mich bei km 9,5 – aber das machte nichts. Beim Einbiegen auf die Lindenallee lief ich an meinem alten Freund Walter Wax vorbei, dessen Frau Renate in ihrer Alterklasse auf Platz zwei lief – Glückwunsch, Renate! Walter machte fleißig Fotos, ich hoffe, er mailt mir noch welche
.
Das Ziel vor Augen, war ich sehr glücklich und bot den Zuschauern auch noch einen gediegenen Schluss-Spurt…

Fazit: Am Ende stand eine 0:38:45,5, das bedeutete persönliche Bestzeit über 10 km und zum ersten Mal eine Zeit unter 0:40:00 – aber viel wichtiger, ein kontrolliertes Rennen, das ich jederzeit im Griff hatte und bei dem ich mich nicht überforderte. Nur das Ziel, doch die erste Hälfte etwas kontrollierter anzugehen und erst hinten heraus alles zu geben, habe ich zugegebenermaßen mal wieder leicht verfehlt – aber nicht so arg. Platz 26, Fünfter in meiner AK – absolut zufrieden.

Weiter geht’s jetzt am Samstag, 22.05., in Illingen – Saarlandmeisterschaften 10 km auf einer profilierten Strecke durchs Zentrum und rund um die Burg Kerpen – da ist eine Zeit unter 0:40:00 wohl kaum drin, aber muss auch nicht sein. Ziel: Spaß beim Laufen haben und nicht zu schnell angehen, damit am Ende noch was übrig ist. Danach ist mit Laufen ohnehin erst mal Pause, es wird Zeit, daß sich ein paar Radkilometer ansammeln…
Mein zweiter Marathon – St. Wendel, 02.05.2010
Posted by: joaum | 2. Mai 2010 | No Comment |„Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert!“
Colonel John Smith (Hannibal), The A-Team
Heute stand mein zweiter Marathon an, und ich hatte mir keinen leichten, dafür einen lokalen ausgesucht: In St. Wendel wollte ich nach meiner ursprünglichen Saisonplanung knapp unter 3:15 ankommen, um dann in Berlin im September die 3:10 anzugreifen – es kam anders, besser, doch dazu später mehr.
Bevor ich zum Marathon selbst komme, erst einmal etwas Grundsätzliches: Ich bin der Meinung, daß fast JEDER, der Spaß am Laufen hat und locker laufend 10-15 km ohne Schmerzen schafft, einen Marathon schaffen kann. Auf die Vorbereitung kommt es an, und dazu braucht man einen Plan. Trainingspläne gibt’s wie Sand am Meer, sehr gern genommen wird Herbert Steffny, aber ich schwöre – fast schon einen Eid – auf die Trainingspläne von JK Running, bei meinen beiden ersten Marathons habe ich die Umsonst-Version auf www.achim-achilles.de gewählt, aber ich bin so begeistert, daß die Leistungen des Unternehmens mir beim nächsten Mal auch Geld wert sind (hallo, Berlin!). Ein Trainingsplan bedeutet, man trainiert ca. fünfmal die Woche, meist ca. eine Stunde, an den Wochenenden mit den langen Läufen sogar bis zu drei.
Ich werde oft gefragt, ob man im Amt des Bürgermeisters, wo man eben keinen geregelten Acht-Stunden-Tag hat, sondern oft bis lang in den Abend beschäftigt ist, und meist auch am Wochenende viele Termine wahrnimmt, überhaupt noch “die Zeit” für Laufen und Radfahren hat. Meine Antwort: Ich habe keine Zeit – ich mach sie mir. Statt in der Mittagspause ins Restaurant zu gehen oder abends auf der Couch zu liegen, laufe ich eben lieber – oder fahre Rad.
Laufen ist für mich eine Art, abzuschalten. Beim Laufen kann man sehr gut loslassen und zur selben Zeit auch neue Ideen entwickeln, auf die man im hektischen Alltag gar nicht käme. Und laufen kann man auch mal eine Stunde in der Mittagspause, kein Problem. Die langen Läufe in der Marathonvorbereitung mache ich Sonntagsmorgens, oft auch ganz früh, so von fünf bis acht, dann leidet auch das Familienleben nicht.
Radfahren kann ich gut morgens vor dem Dienst machen, bzw. auf dem Weg nach Hause, zur Zeit wohne ich noch nicht in Neunkirchen, da bietet sich die 28-km-Distanz mit einer Stunde gut zum Training an. Das geht aber halt nur im Sommer gut, wenn’s morgens früh und abends lange hell ist.
Außerdem wohnt ein gesunder Geist gern in einem gesunden Körper, das wußten schon die alten Griechen. Ich glaube auch, daß Lauf- und Radsport einen sehr guten Ausgleich für unser Arbeitsleben am Schreibtisch bieten.
Als hauptamtlicher Kommunalpolitiker suche ich nicht nur die Herausforderung im Amt, sondern als Ausgleich auch die Herausforderung im Sport. Außerdem hat man Vorbildfunktion, auch und gerade für Jugendliche. Setz Dir Ziele, arbeite dafür, erreiche sie, freu Dich drüber, und dann setz Dir neue, höhere. Ist doch ganz einfach, oder?
Nun aber zu St. Wendel. Der Plan von JK Running zum Erreichen einer 3:15er-Zeit begann am 08.02.2010 – also knapp drei Monate Vorbereitung, und es war Winter in Deutschland – die ersten Wochen machten nicht wirklich Spaß. Die Tartanbahn im Wagwiesental Neunkirchen, wo ich meine Intervalle lief, war oft und lange zugeschneit bzw. vereist und im Wald sah es nicht besser aus. Rundes Laufen war da oft unmöglich, trotzdem biss ich mich durch. Schon bald merkte ich, daß ich die Vorgaben locker schaffte, und schraubte ein bisschen herum: 5:00 statt 5:20 auf dem km bei “ruhigem Tempo”, 8:00 statt 8:20-8:40 bei 2000m auf der Bahn. Das ging, weil ich diese Zeiten brachte, ohne mich pulsmäßig in Gegenden zu katapultieren, die im Bereich “angenehm forderndes Tempo” liegen. Ein Training brach ich ab, an dem Tag war mir nicht gut, einmal ersetze ich (am Karfreitag) 12 km Laufen durch 81km Radfahren, einmal einen langen Sonntagslauf durch einen 10-km-Wettkampf und einmal durch einen Halbmarathon. Ansonsten hielt ich mich exakt an die Vorgaben. Das hatte mir schon in Frankfurt Glück gebracht, wo ich laut Plan 3:30 schaffen sollte und 3:29:59 lief.
In St. Wendel (hier die Strecke) waren natürlich nicht so viele Läufer am Start, insgesamt über 250 Marathonis und 100 Staffeln, in der zweiten Runde sollten aber ca. 2.000 Halbmarathonis dazukommen. Auch dazu später mehr…
Alle hatten einen Ballon gekriegt, nur ich nicht…

So war für alle gut Platz, und das Rennen ging gut los. In mir war in den letzten Tagen die Erkenntnis gereift, daß ich die 3:10 (die ersehnte Quali-Norm für den NYC-Marathon) würde schaffen können, also wollte ich es schon heute und nicht erst in Berlin probieren. Das bedeutete: 4:30 min/km. Prima liefs auf den ersten Kilometern:
km Zeit       Runde HF  Max Ø Min min/km 1 0:04:16,0 0:04:16,0 151 157 150 121 4:16 2 0:08:26,2 0:04:10,2 157 157 154 151 4:10 3 0:12:52,4 0:04:26,2 152 160 154 151 4:26 4 0:17:11,7 0:04:19,3 157 159 154 145 4:19 5 0:21:38,7 0:04:27,0 150 157 153 144 4:27
Nach 5 km also schon 52 sec. unter der “Norm”, so konnte es weitergehen. Wir waren mittlerweile “draußen” auf der B41, aber von Langeweile keine Spur. Alle paar 100 Meter spielte eine Band, und ich hatte eine gute Gruppe mit 3 Marathonis und 2 Staffelhasen.
km   Zeit        Runde       HF   Max  Ø    Min  min/km 6 0:25:57,8 0:04:19,1 155 155 153 150 4:19 7 0:30:25,7 0:04:27,9 154 157 153 149 4:27 8 0:34:53,9 0:04:28,2 151 156 151 148 4:28 9 0:39:30,0 0:04:36,1 150 154 151 146 4:36 10 0:43:59,9 0:04:29,9 155 157 153 148 4:29
Super! Wieder 11 sec. “abgeschält”, Puls bei 152 im Schnitt, nur knapp oberhalb meiner aerob/anaeroben Schwelle. Das Rennen lief ruhig und gut, wir kamen zur Wendemarke, jetzt ging es nach ca. 20 Höhenmetern “Ablauf” wieder hoch.
km   Zeit        Runde       HF   Max  Ø    Min  min/km 11 0:48:35,4 0:04:35,5 151 156 152 148 4:35 12 0:53:07,7 0:04:32,3 149 156 151 148 4:32 13 0:57:33,6 0:04:25,9 152 154 152 149 4:25 14 1:02:07,9 0:04:34,3 152 155 153 149 4:34 15 1:06:46,4 0:04:38,5 156 161 155 147 4:38

Man merkt es an den Zeiten. Sie wurden etwas schlechter, 14 sec. auf die Norm eingebüsst, aber immer noch 49 sec. drunter. Der Puls ging leicht hoch, aber im Schnitt nie über 155, und ich fühlte mich sehr gut. Wir waren jetzt wieder im Stadtgebiet, am Bahnhof vorbei, viele Menschen waren da und jubelten, und das Wetter war super. Es hingen zwar dicke Wolken über St. Wendel, aber es regnete nicht – noch nicht. Und bei 18°C lief es sich spitze. Leider wurde im Stadtgebiet die Strecke wieder etwas “profiliert” – vor allem jetzt, auf dem Weg zur Wendemarke in Urweiler…
km   Zeit        Runde       HF   Max  Ø    Min  min/km 16 1:11:12,8 0:04:26,4 151 159 154 149 4:26 17 1:16:03,8 0:04:51,0 158 162 154 149 4:51 18 1:20:39,2 0:04:35,4 156 161 156 152 4:35 19 1:25:02,3 0:04:23,1 152 159 156 151 4:23 20 1:29:11,0 0:04:08,7 157 160 156 150 4:08
Man sieht es an den Rundenzeiten – die Wendemarke liegt am höchsten Punkt der Strecke, ungefähr bei km 18. Der “Urweiler Hammer” hat es in sich. Aber ich kam ganz gut durch. Schön war, daß ich einen Fan aus dem Neunkircher Stadtrat hatte: Siggi Schmitt (FDP) grüßte mich herzlich, und ich grüßte zurück. Das baute echt auf. Er blieb auch bis in die zweite Runde – Klasse und Danke! Von meiner Gruppe hatte ich mich dort dann auch verabschiedet und lief jetzt eine Zeit lang allein, dann mit Elmar Zimmer aus Gladbach. Ich lag 56 sec. unter meiner Norm von 3:10. Wir beide hätten ein gutes Paar abgegeben für die zweite Hälfte, aber dann kam die “Wand”.
“Wand” heißt in diesem Fall die Halbmarathon-Läufer. Die starteten um 11.00 Uhr, kurz bevor wir wieder an Start und Ziel in der Mommstraße waren. 2.000 an der Zahl, viele ja schneller als wir, aber die meisten eben nicht. So musste ich mich durch das Feld “pflügen”, vor allem in der engen Werkstraße, was sehr schwierig, ärgerlich und kraftraubend war. Ständige Tempowechsel, Lücken erspähen und reinstoßen, Umwege laufen, auch mal jemanden rempeln. Besonders blöd, da gerade hinten im Halbmarathonfeld ja niemand mit Überholern rechnet und die Leute auch oft entsprechend unvorbereitet waren, auch schon mal schimpften oder schlimmer. Â Erst ab km 24 wurde die Situation wieder besser, als wir, wieder auf der B41, alle Platz hatten. Schade! Der einzige Wermutstropfen eines ansonsten perfekten Laufevents. Ich habe nachher auch mit dem Bürgermeisterkollegen Klaus Bouillon drüber gesprochen. Ich muss bei aller Kritik an dieser einen organisatorischen Neuerung (man hatte nach Bitten vieler Läufer den Ablauf etwas verändert, aber das ist ein klassischer Fall für das Bonmot: “Das Gegenteil von gut gemacht ist gut gemeint!”) sagen, daß die gesamte Veranstaltung ein Spitzenevent ist und ohne “de Klaus” so nicht möglich wäre. Uns eint bei aller politischen “Andersgläubigkeit” die Liebe zum Sport, und ihm macht nicht nur beim Lauf, sondern auch in Sachen Radveranstaltungen in St. Wendel seit Jahren keiner etwas vor.
Diese “Sonderanstrengung” (man sieht es auch an meinen Pulswerten bei km 22-24, mit 168 als Höchstwert im ganzen Rennen, weniger an der direkten Zeit) kostete mich nach vorsichtiger Einschätzung sicher zwei Minuten in der Endzeit. Aber egal, es ging ja irgendwie. Aufgebaut haben mich die guten Wünsche des Wiebelskircher Abgesandten Kurt Rein – Danke! Und übrigens: Kein Vorwurf an die “langsameren” Halbmarathonis, die ja auch nur ihr Rennen laufen wollten. Sollte ich während dieser Phase jemanden, der das liest, zu rüde gedrängt oder gar angeschnauzt haben, so entschuldige ich mich hiermit. Aber manchmal krieg ich die Krise, wenn Läufer vor einem auch auf die fünfte Bitte “Etwas Platz bitte, ich will vorbei” wegen Megabeschallung aus dem iPod (und das trotz zig Bands an der Strecke) nicht in der Lage sind, einen zu hören. Ein mir bekannter Läufer, der unter 3:00 bleiben wollte und bestens dabei war, hat deshalb sein Ziel verfehlt. Schade.
km   Zeit        Runde       HF   Max  Ø    Min  min/km 21 1:33:31,5 0:04:20,5 157 159 155 153 4:20 22 1:38:07,2 0:04:35,7 157 160 156 152 4:35 23 1:42:25,1 0:04:17,9 165 166 161 152 4:17 24 1:46:45,0 0:04:19,9 164 168 162 153 4:19 25 1:51:10,3 0:04:25,3 160 164 159 154 4:25
Ab km 25 (ich lag mittlerweile 1:30 unter Norm, hatte also etwas Luft) war wieder alles im Lot. Der Puls pendelte nun zwar um die 157 (was auch am Ende mein Durchschnittswert für das gesamte Rennen war), aber ich hatte ja auch schon ca 2/3 des Marathons geschafft. Wie ein Uhrwerk zog ich meine Bahn, auf 5 km gerade einmal 2 sec. Abweichung. Auf der Strecke sah ich bei km 26, beim Ablauf in Richtung Niederlinxweiler, meinen Freund Frank Sehn auf der Gegenbahn in Richtung St. Wendel, der den Halbmarathon lief und Dritter war – super! Den Platz behielt er auch bis zum Ende, Spitzenleistung. Ich überholte nun vor allem viele Halbmarathonis, aber auch Marathonis, die sich übernommen hatten und nun den bitteren Preis bezahlten. Ich sah dann auch auf der Gegenbahn den Kollegen Christoph Wahl, der den Halbmarathon in respektablen 1:35:27 finishte – Glückwunsch! Puls die ganze Zeit schön auf einem 157er-Schnitt, so konnte es weitergehen. Es hatte zu regnen begonnen, aber das störte nicht – im Gegenteil. Ich hatte aber scheinbar Glück – an der Wende in Niederlinxweiler muss es kurz, nachdem ich dort war, sogar gehagelt haben…
km   Zeit        Runde       HF   Max  Ø    Min  min/km 26 1:55:43,5 0:04:33,2 156 161 157 153 4:33 27 2:00:13,7 0:04:30,2 158 163 157 153 4:30 28 2:04:40,9 0:04:27,2 156 160 157 152 4:27 29 2:09:10,9 0:04:30,0 156 161 157 146 4:30 30 2:13:43,5 0:04:32,6 156 162 157 150 4:32
Weiter gings zurück Richtung St. Wendel. Mein Puls stieg wieder leicht an, es ging ja auch bergan. Aber ich fühlte mich immer noch gut. Ein kleines Loch bei km 32, aber dann zog ich wieder etwas an, und gut war. Wieder uhrwerksgleich sogar noch 1 sec. rausgeholt. Nun 1:29 unter der Norm – das sah gut aus für die 3:10, und die Gewissheit beflügelte.
km   Zeit        Runde       HF   Max  Ø    Min  min/km 31 2:18:15,0 0:04:31,5 161 162 159 155 4:31 32 2:22:55,0 0:04:40,0 157 163 158 154 4:40 33 2:27:22,7 0:04:27,7 159 162 159 154 4:27 34 2:31:46,4 0:04:23,7 161 162 160 156 4:23 35 2:36:14,4 0:04:28,0 166 166 161 157 4:28
Schon waren wir wieder fast am St. Wendeler Bahnhof, und nun gings zum Finale. Ich merkte, daß meine Reserven sich dem Ende näherten. Der “Lauf durch die Wand” hatte viel Kraft gekostet. Und der Urweiler Hammer stand zum zweiten und letzten Mal an, diesmal tat er viel weher. Auf diesen fünf km verlor ich auch 20 sec. meiner Zeitreserve, aber das machte im Endeffekt nichts. Daß es reichen würde für die 3:10-Unterbietung, wußte ich da schon. Da machten mir auch der nun dauerhaft hohe Puls und die Schmerzen nichts mehr aus. Adrenalin kann Sachen machen…
km   Zeit        Runde       HF   Max  Ø    Min  min/km 36 2:40:48,9 0:04:34,5 161 167 163 157 4:34 37 2:45:10,4 0:04:21,5 162 163 161 155 4:21 38 2:49:51,4 0:04:41,0 162 164 162 157 4:41 39 2:54:30,2 0:04:38,8 161 164 162 159 4:38 40 2:59:06,5 0:04:36,3 161 163 161 158 4:36
Ein letzter Gruß an Siggi Schmitt, es ging auf die letzten 2,2 km. Ähnlich wie in Freiburg nahm mit die Gewissheit, mein Ziel zu erreichen, etwas Motivation und das kostete direkt Zeit. Der km 42 sollte mein schlechtester des ganzen Rennens sein, aber immer noch knapp unter 5:00.
km   Zeit        Runde       HF   Max  Ø    Min   min/km 41   3:03:32,3   0:04:25,8   159   165   162   156   4:25 42   3:08:31,3   0:04:59,0   163   165   161   158   4:59 42,2 3:09:23,4   0:00:52,1   163   163   162   162   4:20

Im Ziel war ich einfach nur glücklich und zufrieden. Die persönliche Bestzeit im zweiten Marathon um 20:36 und unter 3:10 zu verbessern, ist aller Ehren wert. Ich machte nach dem Durchlauf einmal kurz den “Petric” (Bogen raus, Pfeil raus, psscht!) und bekreuzigte mich schnell, Gott sei Dank, daß es geklappt hat. “Flach”, wie in der Ausschreibung steht, ist der Kurs nun wirklich nicht. Wie auch – wir sind ja im St. Wendeler Land! Insgesamt maß meine Polar 125 hm. Direkt die Medaille geschnappt, Essen, Trinken, 2 km Auslaufen, und dann ab zu Dusche und Massage – die tat gut. Nachher sass ich noch mit Torsten Lang und Klaus Bouillon zusammen und führte gute, herzliche Gespräche. Der St. Wendeler BM versteht es vortrefflich, die Bürger in dieses Großereignis einzubinden und mitzunehmen. Sein Team leistet tolle Arbeit. Auch viele SPD’ler helfen mit, wie z.B. Heiko Cullmann, der stundenlang Essen an die müden Läufer verteilte – toll!
Bei der Siegerehrung gratulierte ich auch noch meinem Freund Frank Sehn zu seinem spitzenmäßigen dritten Platz im Halbmarathon. Auch Karsten Fend von den Grojo’s Elversberg gebührt ein “Congrats”: Mit 3:28:51 lief er einen tollen Marathon! Ebenso Glückwunsch an Holger Maroldt, den Ortsvorsteher von Landsweiler-Reden, zu seinen spitzenmäßigen 1:27:43 im Halbmarathon, an meinen alten Schwarzenholzer Kollegen Reiner Leinenbach aus Dillingen, der mit 3:45:30 ebenfalls einen guten Marathon hinlegte, und an Pascal Spaniol aus Saarwellingen zu 1:25:58 im Halbmarathon (ich habe seinem Vater und Kinderarzt meiner Kinder Uwe schon beim letzten Halbmarathon in Saarbrücken gesagt, daß dies wohl der letzte Halbmarathon gewesen sei, in dem ich vor dem Jungen lande. Und so ist es. Der wird immer besser…)
Fazit: Wer sich ordentlich vorbereitet und vom Pech verschont bleibt, kann seine avisierte Leistung auch bringen. Die Erkenntnis tut gut. Ich freu mich schon auf zwei Dinge: Erstmal zwei Wochen lang gar nicht zu laufen und endlich aufs Rad umzusteigen, aber dann und umso mehr auf die Vorbereitung für den Berlin-Marathon am 26.09.2010, diesmal mit richtig professioneller Hilfe von JK Runnning. Es wäre ein extrem ehrgeiziges Ziel, dort die Drei-Stunden-Marke anzupeilen. Mal sehen
Marathon Nr. 2: 02.05.2010 in St. Wendel
Posted by: joaum | 27. April 2010 | No Comment |Am kommenden Sonntag ist es soweit: In St. Wendel starte ich meinen zweiten Marathon nach Frankfurt im Oktober 2009. Es geht zwei Runden durch die St. Wendeler Innenstadt und über die B41, der Wettkampf ist mit fast 300 Männern und Frauen (beim Halbmarathon starten 1.200, dazu ca. 100 Marathonstaffeln) gut besetzt.
Diesmal bin ich – trotz guter Vorbereitung 2009 – noch besser in Form. Zum einen lief die Vorbereitung – abgesehen von einem gedehnten Innenband am linken Knöchel, welches mir in Hochtrainingsphasen etwas zusetzte, nun aber Ruhe gibt – verletzungsfrei ab (2009 quälten mich Blasen an beiden Fersen während der gesamten Vorbereitung und im Rennen), zum anderen hab ich mein Gewicht ein gutes Stück besser im Griff.
Was mich besonders optimistisch stimmt: Diesmal konnte ich den Trainingsplan von Jens Karraß zu 99% durchziehen, habe keine Einheit ausgelassen, nur einmal 12 km Laufen durch 81 km Radfahren ersetzt. Ich habe sogar die Zielwerte konstant getoppt (z.B. statt 5:20 bei ruhigem Lauftempo oft 5:00, bei den Intervallen 4:00 statt 4:20), ohne mich über Gebühr anzustrengen. Meine IANS ist auch ein gutes Stück besser als beim letzten Laktattest am 04.09.09, aerobe Leistung ist 12,91 km/h anstelle von 12,37 km/h damals. Nach dem Test müsste ich, grob vereinfacht gesagt, 3:11 laufen können, ohne sauer zu werden.
Da ist aber Vorsicht angesagt: Beim letzten Test verhieß mir die Auswertung eine “unsaure” Endzeit von 3:19, in Wahrheit jedoch lief ich 3:29:59 und hatte einen fetten Muskelkater. Lag aber wohl auch an teilweise unrundem Lauf zur Vermeidung von Fersenschmerzen (Schutzhaltung), wie mir ein erfahrener Orthopäde sagte.
Start in St. Wendel ist am Sonntag um 09.30 Uhr, um 11.00 Uhr starten die Halbmarathonis, auf die ich dann bestimmt auflaufe. Mein Laufdress: Weiße Socken, schwarze Hose, rotes Shirt (VfA Neunkirchen), gelbes Stirnband (stillerstrong.org). Startnummer 25. Ich hoffe auf zahlreiche (moralische) Unterstützung
Das Wetter so ja nicht so toll werden. Na mal sehen…
Halbmarathon Freiburg 28.03.2010
Posted by: joaum | 29. März 2010 | 1 Comment |Am letzten Sonntag vor Ostern stand auf meinem Trainingsplan ein Halbmarathon unter Wettkampfbedingungen, allerdings war ich ja schon drei Wochen vorher in Saarbrücken einen gelaufen. Nun denn. Nachdem ein guter Freund, mit dem ich diesen Halbmarathon in Freiburg eigentlich zusammen laufen wollte, abgesagt hatte, entschloss ich mich am Sonntag morgen, das Ding nicht nur zu laufen, sondern meine eben erst erzielte persönliche Bestzeit (PBZ) anzugreifen. 1:27:43, das bedeutet einen Schnitt von 4:09 auf dem km, waren aber in Freiburg kein Pappenstiel, da die Strecke im Vergleich zu Saarbrücken am 14.03. nicht nur profilierter ist (90 hm statt 5), sondern auch viel kurviger, und der Untergrund ist wechselnd (Kopfsteinpflaster) und nicht immer einfach (Schienensystem, da Straßenbahn). Egal – sollte es nicht klappen, nahm ich mir einfach vor, würde es eben ein schöner Trainingslauf werden.
Schon morgens um 9.15 Uhr bewegte ich mich mit meinem Sohn und Personal Coach im Auto Richtung Breisgau, entlang der A4 durch’s Elsass, fast parallel zu den Strecken, die ich mit dem SRC Schwarzenholz schon zweimal unter die Räder nahm, um – 2007 und 2009 – die Alpen zu überqueren. Da kamen schöne Erinnerungen hoch. Kurz vor 12 waren wir dann in Freiburg, die Nummernausgabe war etwas chaotisch, aber gegen 13.30 Uhr war ich bereit für den Start ab 14.00 Uhr. Noch ein bisschen warmlaufen, Jan-Robin studierte fleißig Stadtplan und iphone, um mich durch kurze Verbindungen von verschiedenen Punkten der Strecke zu anderen mehrfach sehen zu können – hat er geschickt gemacht, mit seinen 12 Jahren ist er schon ein sehr helles Köpfchen. Dann die ersten Enttäuschungen kurz vor dem Start – Dieter Baumann war nicht an demselben (trotz Ankündigung), und dann fing es auch noch pünktlich zum Startschuss an zu regnen, dazu ein unangenehm starker Wind.
Trotzdem lief es von Anfang an recht gut – wir kamen alle mit genug Platz gut weg, und auf den ersten 3 km legte ich ohne große Anstrengung immer km-Zeiten knapp unter 4:00 hin. Nach 3 km 11:50. Da es von nun an aber bergauf ging und ich den Puls im Auge behielt, pendelten sich die Zeiten so um die 4:05 bis 4:12 ein. Kreuz und quer durch die schöne Stadt Freiburg ging es, über die Dreisam, über die Wiwili-Brücke, am Bahnhof vorbei, Richtung Altstadt – nach 10 km stand die Uhr bei 40:51, das war schon schneller als meine PBZ über 10 km von 41:14. Ich merkte aber, daß es in dem Tempo nicht weitergehen konnte, und hatte für ca. 1,5 km ein kleines Loch, aus dem mich dann aber der Laufkamerad Dennis Lämmerhirt (Startnummer 3868) rausriss, indem er mir für 3-4 km einen guten Hasen spielte – es ging wieder leicht bergab, und wir legten gemeinsam wieder Zeiten von 4:04 – 4:12/km hin. Mein Puls erholte sich auch wieder auf Werte von 166-168, und Dennis und ich konnten sogar noch ein bisschen miteinander quatschen – er kommt wie ich vom Radsport, lief aber mit 188er-Puls und kann sogar noch über 210 gehen, wenn’s sein muß – ah, die Jugend…
Ca. 2 km vor dem Ziel wusste ich dann auch: Die PBZ von Saarbrücken würde ich verbessern – die Frage war nur, um wieviel? Ich entschied mich, nicht mehr Vollgas zu geben, und lief gegen Ende 4:16 bzw. sogar eine 4:28 auf km 20-21. Auch auf einen Zielsprint verzichtete ich, da ich sah, daß ich unter 1:27:30 bleiben würde – das reichte mir. Vielleicht wurde ich auch nicht ohne Grund etwas vorsichtig, denn der letzte Kilometer geht direkt am Friedhof vorbei – da kann man schon mal ins Grübeln geraten
. Am Ende standen 1:27:27, eine Verbesserung um 16 Sekunden, und ein wohliges Zufriedenheitsgefühl. Ich zog mir massenhaft Rosinenschnitten, Bananen und warmen Tee rein – das “window of growth” war ja weit geöffnet, dann lief ich mich noch 2 km aus, dann schnell duschen (die Breisgauer scheinen mir nicht sehr hart im Nehmen zu sein, so viele Brustwarzenabkleber wie dort unter der Dusche hab ich noch nirgendwo gesehen…), Massage abgeholt, Jan-Robin die versprochene Uhr auf der Marathon-Messe gekauft und ab nach Hause. Ach ja, natürlich noch den ebenfalls versprochenen Stopp beim Shell-Autohof in Kappel-Grafenhausen eingelegt – mein Sohn wollte unbedingt zum “Schnitzel-Huber“…
Gegen 20 Uhr waren wir dann zufrieden wieder zuhause.
Fazit: Freiburg ist ein schöner, pitoresker Halbmarathon, der aufgrund seines frühen Zeitpunktes im Jahr hervorragend in die Vorbereitung passt, falls man im Mai einen Marathon, z.B. St. Wendel, laufen will. Für die Verbesserung der PBZ ist er allerdings nur bedingt geeignet, es bedurfte schon einer gehörigen Anstrengung für mich, um das zu schaffen (Puls 6 Schläge schneller als in SB). Der Grund: Die Strecke ist profiliert (90 hm), hat viele Kurven, wechselnde Untergründe (Kopfsteinpflaster und viele Schienen wg. der Straßenbahn), und hinzu kam zumindest an diesem Sonntag auch noch Regen und ein starker Wind. Aber abgesehen vom Chaos bei der Nummernausgabe ist die Orga gut, der Nach-Wettkampf-Ablauf mit Essen, Taschenausgabe, Duschen, Massage ging reibungslos. Billig ist er nicht, 40 € sind kein Pappenstiel, und mit den Zwischenzeiten müssen sie wohl auch noch üben (49:23 hatte ich nicht nach 10 km, sondern schätzungsweise bei km 11,7), aber insgesamt kann ich ihn ohne Bedenken empfehlen.
